Schlaganfall: Es kann jeden treffen – daher gilt: Schützen Sie Ihr Gehirn!

Ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Arm, ein leichtes Unwohlsein, die Schwierigkeit, ein Wort zu finden. Und das immer mal wieder. Diese scheinbar harmlosen „Vorkommnisse“ können die Vorboten eines Schlaganfalls sein.

Denn die oben beschriebenen Symptome deuten auf eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) hin – Grund genug, sofort zu reagieren. Unter einer TIA versteht man eine zeitweilig auftretende neurologische Störung. Sie dauert zwischen 5 und 30 Minuten an und hinterlässt keine bleibenden Folgen. Eine TIA ist jedoch ein ernstes Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall.

Erschreckende Zahlen: Etwa 30 % der Menschen, die eine TIA erlebt haben, erleiden innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Schlaganfall. In den Tagen nach einer TIA ist die Wahrscheinlichkeit sogar deutlich erhöht.

Von den jährlichen 250.000 Schlaganfallopfern und den 1.000.000 Menschen, die an den Folgen dieser Funktionsstörung leiden, kannten allerdings nur die wenigsten diese gefährlichen Anzeichen:

- Lähmung in Gesicht, Arm oder Bein, meistens ist nur eine Körperhälfte betroffen
- plötzliche Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten
- Taubheitsgefühl
- „Ameisen“ in einem Körperteil
- sehr starke Kopfschmerzen
- verschwommene Sicht, Doppelbilder oder Einengung des Gesichtsfeldes
- Drehschwindel, Gleichgewichtsstörungen
- Verwirrung, Gedächtnisstörung, Desorientierung oder Wahrnehmungsstörung

Achtung! Wenn Sie bei sich selbst oder einer anderen Person eines oder mehrere der genannten Symptome zeigen, rufen Sie sofort 112 an!

Kennen Sie Ihre Risikofaktoren?

Einige Faktoren, wie z. B. Alter und familiäre Vorbelastung lassen sich leider nicht beeinflussen. Das Wissen jedoch, dass Sie zur Risikogruppe zählen, sollte Sie dazu bewegen, Ihre Lebensweise zu ändern, sodass Ihr Risiko sinkt.

Frage Ja Nein
Rauchen Sie oder haben Sie in den letzten 1 bis 5 Jahren geraucht?    
Treiben Sie weniger als 3-mal wöchentlich 30 Minuten Sport?    
Haben Sie einen hohen Blutdruck (140 zu 90 oder höher)?    
Ernähren Sie sich sehr cholesterinhaltig (z. B. fette Wurst) und fettig (z. B.
Fleisch, Butter)?
   
Essen Sie relativ wenig Obst und Gemüse?    
Trinken Sie 3 oder mehr alkoholhaltige Getränke am Tag?    
Stehen Sie oft unter Stress?    

Auswertung:
Jedes „Ja“ mehr bedeutet auch einen Risikofaktor mehr für einen Schlaganfall, den Sie reduzieren können. Sicherlich ist es nicht einfach, Gewohnheiten abzulegen oder die Ernährung umzustellen. Aber jede kleine Veränderung schützt Sie.

So entschärfen Sie die tickende Zeitbombe im Kopf

Ein Schlaganfall ist kein unabwendbares Schicksal. Es hängt einzig und allein davon ab, wie rechtzeitig Sie die tickenden Risikofaktoren aus Ihrem Leben räumen. Fangen Sie noch heute damit an! Die 10 größten Risikofaktoren – und wie Sie sie mindern können.

1. Bluthochdruck: Frühzeitige Behandlung verringert das Risiko um 40 %

Bluthochdruck wird auch als der „stille Killer“ bezeichnet. Wenn Sie sich damit noch nie befasst haben, tun Sie es jetzt.
- Menschen bis 60: Die Werte sollten 140/90 mm HG
- Menschen über 60: Die Werte sollten 120/85 mm HG

nicht übersteigen.

Und das geht einfacher, als Sie denken: Jeden Tag 30 Minuten Bewegung, eine salzarme und gesunde Ernährung können zu einer Blutdrucksenkung beitragen. Daneben kann Ihnen Ihr Arzt auch Blutdruck senkende Medikamente verschreiben.

2. Vorhofflimmern: Senken Sie Ihr Risiko mit Blutverdünnern um 70 %

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorhöfe ungeordnet arbeiten. Aufgrund der hohen flimmernden Frequenz der Vorhöfe verbleibt das Blut dort zu lange. Es bilden sich Blutgerinnsel. Teile dieser Blutgerinnsel können sich losreißen und werden dann unter hohem Druck in die Hirnarterien gepumpt. Dort verschließen sie ein Gefäß – der Schlaganfall ist da.

Wurden bei Ihnen Herzrhythmusstörung diagnostiziert, können Sie Ihr Schlaganfallrisiko mit Gerinnungshemmern (Blutverdünner) um 70 % senken.

3. Rauchen: Ein Rauchstopp verringert Ihr Risiko um 50 %

Raucher haben ein um 50 % gesteigertes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, Gelegenheitsraucher erhöhen Ihr Risiko immerhin um 18 %. Das Nikotin verengt Ihre Gefäße und wirkt sich negativ auf die Fließeigenschaft des Blutes aus, es klumpt leichter – beste Voraussetzungen für einen Schlaganfall.

Sagen Sie jetzt Stopp! Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, senken ihr Risiko innerhalb von 5 Jahren signifikant.

4. Alkohol: Je weniger, desto niedriger Ihr Blutdruck

Moderater Alkoholkonsum kann das gute HDL-Cholesterin im Blut erhöhen und damit die Neigung zur Thrombosebildung reduzieren. Beide Faktoren können dazu beitragen, das Risiko eines Schlaganfalls zu reduzieren.

Für Männer gilt: Nicht mehr als 40 Gramm Alkohol pro Tag, das entspricht 1 Liter Bier oder einer halben Flasche Wein. Frauen dürfen maximal die Hälfte konsumieren.

5. Hohe Cholesterinwerte: Runter damit!

Ist Ihr Cholesterinwert erhöht (das Gesamtcholesterin zählt; Richtwert: unter 200 mg/dl), setzt sich das schlechte LDL-Cholesterin an den Gefäßwänden ab und blockiert den Blutdurchfluss.

Ihre Gegenstrategie: Eine gesunde Gefäßnahrung besteht aus viel Obst und Gemüse, wenig fettem Fleisch, dazu Haferflocken oder Bohnen, die viele lösliche Ballaststoffe enthalten; Meeresfische wie z. B. Lachs, die Omega- 3-Fettsäuren enthalten und Sojabohnen- Produkte wie Tofu oder Sojamilch, die das LDL-Cholesterin senken und das HDL-Cholesterin steigern.

6. Diabetes: Diabetes im Griff = Schlaganfallrisiko gedrittelt!

Diabetes verdreifacht das Schlaganfallrisiko. Wenn Sie Diabetes haben, kann Ihr Körper nicht nur Insulin, sondern auch Fette unzureichend verwerten, sodass Sie ein höheres Risiko für Bluthochdruck haben (siehe Punkt 1).

Gehen Sie auf Nummer sicher und besorgen Sie sich einen Teststreifen in der Apotheke. Je nach Ergebnis: Ab zum Arzt.

7. Bewegungsmangel adé!

Mit nur 30 Minuten schnellem Spazierengehen pro Tag beeinflussen Sie Ihre Gefäßgesundheit positiv. Die Wissenschaft geht davon aus, dass durch eine aktivere Lebensweise ca. ⅓ der Schlaganfälle vermieden werden könnten.

8. Salz: Je weniger, desto gesünder

Senken Sie Ihren Salzverbrauch, dann geht auch Ihr Schlaganfallrisiko runter. Salz versteckt sich auch in Schinken, Wurst, Speck und sogar Keksen.

9. Fett: Ja, aber das richtige!

Schlecht: Gesättigte (Fleisch, Eier, Milchprodukte) und Trans-Fette (Margarine und hydrierte Pflanzenöle).
Gut: Mehrfach ungesättigte Fette (z. B. Sonnenblumenöl, Maisöl) und einfach ungesättigte Fette (z. B. Olivenöl, Nussölund Avocados). Mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren sind wie Medizin. Sie senken das schlechte LDL-Cholesterin.

10. Übergewicht

Übergewicht fördert Bluthochdruck und Diabetes: Ihr Schlaganfallrisiko steigt damit gleich um das 2- bis 3-fache. Also: Gewicht runter!