7 Tipps, wie Sie die für Sie passende Kur finden

1. Welche Kurart benötigen Sie?

Es gibt einerseits Kuren, die das Auftreten oder Verschlimmern einer Krankheit verhindern (Präventionsmaßnahme). Die andere Kurart können Sie wahrnehmen, wenn Sie nach einer Krankheit wieder „auf die Beine kommen“ wollen.

2. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?

Ihre Aussichten, dass eine Kur genehmigt wird, sind immer dann gut, wenn

- aus ärztlicher Sicht zu erwarten ist, dass sich Ihr Gesundheitszustand verschlimmern wird, wenn eine Kur unterbleibt.

- alle medizinischen Maßnahmen an Ihrem Wohnort ausgeschöpft sind oder eine geeignete Versorgung dort generell nicht möglich ist.

3. Ambulant, stationär oder auf Rezept?

Bei einem stationären Kuraufenthalt verbringen Sie mehrere Wochen in einer Klinik. Die Krankenkasse empfiehlt Ihnen in diesem Fall eine Vertragseinrichtung.

Achtung! Diese Form der Kur ist sehr viel intensiver als die ambulante Kur. Sie bekommen eine stationäre Kur daher nur dann genehmigt, wenn eine ambulante nicht ausreicht.

Eine ambulante Kur nehmen Sie in einem anerkannten Kurort (www.deutscher- heilbaederverband.de) wahr. Sie wählen mit Ihrem Arzt den geeigneten Kurort aus, bestimmen selbst den Termin und wo Sie Unterkunft nehmen möchten. Hierbei ist Ihnen die Kurverwaltung des jeweiligen Kurortes gern behilflich.

Eine Alternative ist der Rezeptaufenthalt, in dem Sie die anfallenden Aufenthaltskosten privat tragen und im Bereich der Kuranwendungen eine Heilmittelverordnung des Hausarztes nutzen. Ihr Arzt verschreibt vorher die Anwendungen, die er für Ihre Behandlung als notwendig erachtet. Sie wählen dann den für Sie geeigneten Kurort aus. Einen Antrag auf einen Rezeptaufenthalt müssen Sie nicht stellen.

4. Wie oft dürfen Sie kuren?

Sowohl bei der ambulanten als auch bei der stationären Kur gilt: Eine erneute Kur können Sie erst nach Ablauf von 3 Jahren beantragen, wenn es sich um die gleiche Erkrankung handelt. Bei akuter Verschlechterung oder einer anderen Krankheit können Sie auch in kürzeren Abständen eine Kur bewilligt bekommen. Ein Rezeptaufenthalt ist jährlich möglich.

5. Wie die Antragstellung läuft

Zunächst suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt. Überlegen Sie gemeinsam, welche Form der Kur für Sie sinnvoll ist. Dann bescheinigt Ihr Arzt Ihnen die medizinische Notwendigkeit der Kurmaßnahme. Diese Bescheinigung reichen
Sie zusammen mit dem Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein. Ihre Krankenkasse leitet den Antrag an den Medizinischen Dienst weiter, der die Empfehlung Ihres Arztes einer Prüfung unterzieht.

Tipp: Das Antragsformular erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse (Rentner und Mütter) oder bei der Deutschen Rentenversicherung (Arbeitnehmer).

6. Wer trägt die Kosten?

Stationäre Kur: Die Kosten trägt Ihre Krankenkasse bzw. die Rentenversicherung. Sie müssen täglich 10 € zuzahlen.
Ambulante Kur: Bezahlt werden:
- 100 % Kurarzt-Kosten
- 90 % der Kurmittel (z. B. Thermalbäder oder Heilstollen)
- Zuschuss für Unterkunft/Verpflegung (bis 13 € am Tag)

Ihre Eigenbeteiligung: 10 € pro Verordnung und 10 % der Kurmittel, Rest der Unterbringung.

Rezeptaufenthalt: Ihr Eigenanteil beträgt 10 % plus 10 € je Rezept und natürlich die Unterbringung. Achten Sie darauf, mit dem Behandlungsbeginn spätestens am 10. Tag nach der Rezeptausstellungsdatum zu beginnen. Ansonsten kann Ihre Krankenkasse die Kostenübernahme verweigern.

Was für Privatversicherte gilt Sind Sie privatversichert, müssen Sie eine Kur in aller Regel aus der eigenen Tasche finanzieren.

7. Wenn Ihr Antrag abgelehnt wird

Erhalten Sie einen negativen Bescheid, lohnt sich in jedem Fall ein Widerspruch. Nahezu 80 % der Anträge werden nach einem schriftlichen Widerspruch (innerhalb von 30 Tagen nach Eingang des ablehnenden Bescheids per Einschreiben) von den Kassen doch akzeptiert.

Lehnt die Krankenkasse erneut ab, können Sie
- Klage beim Sozialgericht einreichen. Hiervon rate ich Ihnen ab  denn solche Fälle ziehen sich meist über Jahre hin.
- einen neuen Antrag stellen. Warten Sie 2 bis 3 Monate ab und stellen Sie dann erneut einen Antrag. Fügen Sie diesem von vorneherein eine ausführliche Begründung und u. U. sogar ein Gutachten bei.