Warum Sehstörungen nicht unbedingt mit schlechten Augen zu tun haben

Alzheimer tritt meist bei Menschen über 70 Jahren auf. Dann ist das klassische Anzeichen tatsächlich die Vergesslichkeit. Allerdings kommt die Erkrankung auch bei 60jährigen oder noch jüngeren Menschen vor. Gerade in dieser Gruppe beginnt Alzheimer oft nicht mit Vergesslichkeit:

Ca. 40 % der Betroffenen fallen anfangs anderweitig auf: wegen Seh-, Verhaltensoder Sprachstörungen oder weil sie nicht mehr in der Lage sind, Aufgaben zu übernehmen und zu Ende zu bringen. So die Erkenntnis des spanischen Wissenschaftlers Albert Llado, der im Fachblatt „Neurology“ dazu kürzlich eine neue Studie veröffentlicht hat.

Die große Gefahr: Fehldiagnosen

Zeigt ein Patient nicht die klassischen Vergesslichkeitsanzeichen, sondern andere, kommt es häufig zu Fehldiagnosen. Laut dem Studienautor hatten die Ärzte bei mehr als 50 % derjenigen, die diese untypischen Symptome zeigten, eine falsche Diagnose gestellt. Das ist insofern tragisch, weil die Erkrankung, je früher sie erkannt wird, auch therapiert werden kann.

Achtung! Wenn Sie ab und an sehr vergesslich sind, und Brille, Schlüssel oder Portmonee suchen, machen Sie sich bitte nicht verrückt. Denn nur Vergesslichkeit deutet nicht unbedingt auf Alzheimer hin. Alzheimer geht in den meisten Fällen noch mit weiteren Symptomen einher, z. B. Orientierungslosigkeit. Lassen Sie im Zweifel von Ihrem Arzt Ihr Blut untersuchen und drängen Sie u. U. auf eine Computertomographie des Gehirns.

TIPP :
Eine US-Studie hat gezeigt, dass Menschen, die vor allem viel Fisch, Obst und Nüsse essen, sehr viel seltener an Alzheimer erkranken. Lecker und gesund!

Bekämpfen Sie das schleichende Vergessen

Nährstoffversorgung kommt zum Erliegen. Dadurch sterben mehr und mehr Gehirnzellen ab.

Alzheimer ist auch eine Form der Demenz, allerdings sterben die Gehirnzellen nicht durch ein Gefäßleiden ab, sondern weil im Gehirn das Gleichgewicht chemischer Botenstoffe gestört ist. Dadurch können die Informationen nicht mehr von einer Gehirnzelle zur nächsten übertragen werden.

Von Alzheimer sind Sie nicht von heute auf morgen betroffen. Es braucht rund 20 Jahre, bis die Krankheit ausbricht. Daher ist es ganz entscheidend, dass Sie JETZT beginnen, sich davor zu schützen:

Antioxidantien schützen Ihr Gehirn

Vor allem die antioxidativ wirkenden Vitamine A, C und E sind ein wirksamer Alzheimer-Schutz. Das belegt die Rotterdam-Studie, die von 1990 bis 2008 lief. Die Wissenschaftler wollten an 5.000 Teilnehmern die Wirkung von unterschiedlicher Mengen an Antioxidantien auf das Gehirn feststellen.

Im Laufe der Studiendauer erkrankten über 190 Patienten an Demenz und weitere 140 an Alzheimer.

Die Forscher stellten fest, dass in erster Linie die Studienteilnehmer erkrankten, die nur geringe Vitamin-C- und -E-Dosen erhalten hatten.

Der Grund: Die Antioxidantien verhindern, dass die Gehirnzellen von freien Radikalen angegriffen werden und so weniger falsch zugeschnittene chemischer Botenstoffe entstehen.

Diese Kombination schützt Sie:

Vitamin E: Achten Sie dabei darauf, dass es sich um natürliches Vitamin handelt (RRR-alpha-Tocopherol). Die notwendige Menge (100 bis 400 mg täglich) können Sie nicht über die Nahrung decken.

B-Vitamine:

Folsäure: Dieses Vitamin sorgt dafür, dass ausreichend Nervenbotenstoffe im Gehirn produziert werden. Ihr täglicher Bedarf liegt bei täglich 400 bis 1.000 μg.

Vitamin B6: Vitamin B6 ist für Ihre Konzentration und die geistige Leistungsfähigkeit entscheidend. Fisch, Vollkornprodukte und Geflügel enthalten am meisten des Nervenvitamins. Allerdings können Sie damit kaum Ihren Tagesbedarf von 50 bis 100 mg decken. Hier hilft nur ein Ergänzungspräparat.

Vitamin B12: Vitamin B12 ist eines der Vitamine, das hilft, Homocystein (Eiweiß) aus dem Körper zu entsorgen. Mangelt es an dem Vitamin, reichert sich dieser Eiweiß-Abbaustoff im Gehirn an. Das verschlechtert die Durchblutung und somit die Gehirnleistung. Das fördert die Entstehung von Demenzerkrankungen. Fleisch, Eier und Milchprodukte enthalten dieses gehirnwichtige Vitamin. Um die ausreichende Menge zu erhalten, versorgen Sie sich mit 5 bis 15 Mikrogramm B12 über ein Vitaminpräparat.

Jede Stunde fehlende Bewegung steigert Ihr Alzheimer-Risiko um ein Drittel

Das hat eine Befragung ergeben, die Wissenschaftlern der Case Western Reserve University in Cleveland/USA durchgeführt haben. Sie verglichen den Lebensstil von Alzheimer-Patienten mit dem gesunder Menschen. Die erkrankten Menschen waren alle durchweg Sportmuffel.

Sport hat gleich mehrere positive Effekte auf Ihr Gehirn:

• Es bilden sich neue Nervenverbindungen (Synapsen). Je mehr Synapsen, desto leistungsfähiger ist Ihr Gehirn.
• Sport trainiert beide Gehirnhälften.
• Die Bewegung verbessert die Durchblutung und somit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns.
• Sie verringern den größten Risikofaktor für Alzheimer: Ihr Blutdruck und Ihre Cholesterinwerte sinken!

Ihr Gehirn braucht Fett

Das Gehirn und alle Nervenzellen sind von einer Fettschicht (Myelin), deren Fettsäuren zu zwei Dritteln ungesättigt sind, umgeben. Diese Fetthülle benötigt für ihren Aufbau vor allem die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die reichlich in fettem Fisch wie Hering, Makrele, Thunfisch und Lachs enthalten sind.

Die ebenfalls wichtigen einfach ungesättigten Ölsäuren nehmen Sie am besten in Form reiner Pflanzenöle zu sich. Als besonders gehirnfreundlich gelten hier Walnuss- und Rapsöl. Rapsöl ist gut zum Braten geeignet, Walnussöl eignet sich am besten für Salatdressings.