Prekäres Problem: Brennen, Trockenheit, Juckreiz „untenrum“ – So lindern Sie Ihre Beschwerden

Das Nachlassen der Östrogenproduktion in und nach den Wechseljahren ist der Hauptgrund für die zunehmend trockener werdende Scheidenschleimhaut. Dazu kommt, dass sich der schützende pH-Wert ändert, was zusätzlich zu Irritationen und Reizungen führt.

Auch als Nebenwirkung einer Brustkrebstherapie kann es zu Scheidentrockenheit kommen.

Zu den Anzeichen und Symptomen zählen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz und Reizungen der Schamlippen oder der Vagina sowie eine leichte Harninkontinenz. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind selbstverständlich wenig lustvoll und verleiten dazu, sich zu entziehen. Das muss nicht sein!

Sie sind nicht allein

Geschätzt leiden ca. ein Drittel der Frauen ab den Wechseljahren an Scheidentrockenheit beziehungsweise beklagen schmerzhaften Geschlechtsverkehr. Die oftmals tabuisierte Verwendung von Gleitmittel ist damit sehr viel verbreiteter als angenommen.

Die Stiftung Warentest vermeldete kürzlich steigende Verkaufsraten. Etliche Millionen geben deutsche Frauen dafür in Apotheken und Drogerien aus, Ware aus dem Versandhandel gar nicht mitgerechnet. Aber es gibt neben Gleitgels und –cremes auch Methoden, die dauerhaft dafür sorgen, dass Ihre Beschwerden abklingen:

Übersicht: Diese Mittel helfen bei Scheidentrockenheit

  Natürliche Produkte Chemische Produkte
Cremes, Salben, Öle - alle Sorten pflanzlicher Öle sind vorzügliche Gleitmittel, bedienen Sie sich einfach in der Küche: Pflanzenöl, Rapsöl, Distelöl, Avocadoöl, Palmöl
- Gleitmittel auf Wasserbasis halten die Scheide länger feucht. Werden sie regelmäßig angewandt, so können sie neben den unangenehmen Begleiterscheinungen beim Geschlechtsverkehr ganz allgemein Reizerscheinungen der Scheide lindern.
Vaginale Östrogencreme
(verschreibungspflichtig), die mittels eines Applikators in die Vagina eingeführt wird
Tabletten Vitamin E in Form von Tabletten (oder als Salbe) hilft manchen Frauen ebenfalls.
Hyaluronsäure-Tabletten: Hyaluronsäure besitzt die Fähigkeit, sehr große Mengen an Wasser zu binden, dadurch speichert es in der Haut und der Schleimhaut mehr Feuchtigkeit.
Präparate mit dem Östrogen Estriol (verschreibungspflichtig)
Achtung!
Östrogen-Präparate mit einer hohen Hormon- Dosierung sollten Sie wegen der evtl. erhöhten Gefahr für Brustkrebs und Gefäßkrankheiten nicht verwenden.
Zäpfchen

- Lassen Sie sich in der Apotheke Rosenzäpfchen anmischen (1,5 g Frauenmanteltinktur, 0,5 g Zäpfchengrundmasse (Hartfett) und 3 Tropfen reines ätherisches Rosenöl)
- Zäpfchen mit Milchsäurebakterien (in der Apotheke erhältlich)
- Zäpfchen mit Hyaluronsäure (in der Apotheke erhältlich)
- Fragen Sie außerdem nach hauseigenen Rezepturen. Denn viele Apotheken bieten ihren Kundinnen selbst angerührte Zäpfchen, Salben und Gels aus natürlichen Bestandteilen gegen Scheidentrockenheit an.

Östrogenhaltige Vaginaltabletten
(verschreibungspflichtig) werden durch einen Kunststoffapplikator abends vor dem zu Bettgehen eingeführt.
Natürliche Methoden Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung der Scheidenhaut. Bewegen Sie sich – im Garten, beim Sex oder indem Sie spazieren gehen. Dieses Training bekommt der Quelle der Lust noch am besten. Als das beste Mittel gegen eine trockene Scheide gilt regelmäßiger Sex. Frauen, die wenigstens dreimal im Monat Sex haben, haben kaum Probleme damit.

Alternativ: Regelmäßige Selbststimulation (Masturbation) – das haben zahlreiche Studien belegt – fördert die natürliche Durchfeuchtung der Vagina.

EXTRA-Tipp:

Setzen Sie auf die Heilkräfte des Granatapfels: Die enthaltenen Pflanzenhormone haben eine nachgewiesene Wirkung bei Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Scheidentrockenheit. Von der Wirkung des Granatapfels können Sie in Form von Kapseln (am hochkonzentriertesten), Saft oder auch Zäpfchen profitieren. Und der Genuss eines frischen Granatapfels zwischendurch schadet auch nicht!

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