Die Kälte ist da und mit ihr die Blasenentzündung − Mein Vorbeuge- und Notfallprogramm hilft Ihnen ganz sicher

Frauen sind für Blasenentzündungen geradezu „begünstigt konstruiert“: Denn durch die nur ca. fünf cm lange Harnröhre sind die Bakterien ganz schnell nach oben in die Blase gewandert. Zudem können sich durch bestimmte Erkrankungen – etwa Zuckerkrankheit oder ein geschwächtes Immunsystem – die Krankheitskeime leicht in den Harnwegen vermehren und zu immer wiederkehrenden Entzündungen führen.

In den Wechseljahren und der Zeit danach begünstigt auch der Östrogenmangel die Einwanderung von Bakterien. Wir bemerken dies ganz schnell durch Brennen, Schmerzen und häufiges Wasserlassen. Lassen Sie es gar nicht so weit kommen!

tl_files/vitasanotec/Pics/waermflasche.pngVorbeugen ist alles

• Winterzeit: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, im Auto sofort die Sitzheizung einzuschalten. Ist bei Ihnen keine eingebaut, kaufen Sie sich eine entsprechende Sitzauflage, die über den Zigarettenanzünder betrieben wird.

• Hygiene ist das A und O: Es gilt die eiserne Regel: Immer von vorn nach hinten wegwischen. Nie entgegengesetzt oder hin- und herwischen. Am besten verwenden Sie zusätzlich feuchtes Toilettenpapier.

• Trinken Sie sich gesund: Trinken Sie im Winter vorbeugend jeden Tag ein Glas Cranberrysaft (s. auch S12/13).

• Essen gegen die Keime: Milchprodukte führen zu einer leichten Ansäuerung des Harns, die die Anhaftung von Coli-Bakterien an der Blasenwand verhindert. Essen Sie mindestens dreimal wöchentlich Joghurt.

• Routine ist alles: Wenn Sie anfällig für Blasenentzündungen sind, machen Sie es sich zur Angewohnheit, direkt nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette zu gehen, damit eventuell vorhandende Keime ausgespült werden. Außerdem rate ich Ihnen, direkt ein großes Glas Wasser, besser noch, Blasentee zu trinken.



Das SOS-Programm, wenn es Sie erwischt hat

Meist wissen Sie ja schon bei dem ersten Ziepen, dass es Sie erwischt hat. Dann heißt es: Sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, so können Sie das Schlimmste vermeiden:

• Nehmen Sie hochdosiert Cranberry-Kapseln ein: Normalerweise lautet die Tagesdosis auf den Kapseln, die ich verwende, 36 Milligramm pro Tag. Das entspricht zwei Kapseln. Meine Apothekerin hat mir geraten, die Dosis sofort bei den ersten Entzündungsanzeichen auf acht Stück zu erhöhen. Bis jetzt hatte ich damit fast immer Erfolg und konnte die Blasenentzündung abwenden. Alternativ können Sie auch 500 Milliliter Cranberry-Saft trinken.

• Trinken, trinken, trinken: Trinken Sie möglichst schnell möglichst viel. Je mehr Flüssigkeit durch die Blase geschleust wird, desto weniger Chancen haben die Bakterien, sich festzusetzen. Am besten helfen Nieren-, Blasen- oder Kräutertees aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt. Auch Kaffee ist erlaubt. Denn Kaffee treibt und hilft, die Blase zu spülen.

• Nehmen Sie zweimal täglich Sitzbäder mit einem Zusatz aus zehn Tropfen ätherischem Manukaöl (in Sahne gelöst). Das geht den Bakterien an den Kragen.

• Gegen die Schmerzen können Sie Aspirin einnehmen.

• Mit Backpulver gegen die Keime: Lösen Sie dazu einen Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser auf und trinken Sie das. Diese Mixtur neutralisiert die Säure in der Blase und lindert die Schmerzen. Das basische Milieu allerdings leistet wiederum dem Bakterienwachstum Vorschub. Deshalb sollten Sie nicht zu oft zu diesem Trick greifen.

Halten Sie die Trinkorgie und auch die Cranberry-Einnahme in der hohen Dosierung mindestens drei Tage durch, dann langsam ausschleichen. Und natürlich gilt: Wenn

• Ihre Beschwerden länger als vier bis fünf Tage anhalten

• Sie getrübten Urin haben

• Sie Blutbeimengungen im Urin feststellen

• Sie ein anhaltendes Druckgefühl in der Nierengegend verspüren

• Sie starke Rückenschmerzen, gleichzeitig Abgeschlagenheit, Durst, Appetitmangel und erhöhte Temperatur, Übelkeit und Erbrechen bemerken, suchen Sie bitte Ihren Hausarzt oder einen Urlogen auf. Wenn Sie ein steriles Uringefäß (Apotheke) zuhause haben, nehmen Sie den Urin (am besten Morgenurin) direkt mit zum Arzt.





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