Die Cranberry ist ein Multitalent − nicht nur bei Harnwegsinfekten und Magen-Darm-Geschwüren

Cranberries ähneln der Preiselbeere in Form und Farbe, sind aber etwa dreimal so groß (die Frucht wird ca. zwei Zentimeter groß). Die Cranberry gehört wie die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und die Preiselbeere (Vaccinium vitisidaea) zur großen Familie der Erikagewächse (Ericaceae).

Wie ihre Schwestern bevorzugt sie sandige, feuchte und leicht saure Heideböden. Die dicht verzweigten Sträucher werden bis zu 50 cm hoch und tragen im Herbst unzählige tiefrote Beeren. Die Heimat der Cranberry sind die Heidelandschaften Nordamerikas.

Ihren Namen haben Sie von der Blütenform, die an einen Kranich erinnert. Hier zu Lande werden sie auch als großfrüchtige Moosbeeren oder Kran(ich)beeren bezeichnet.

Schon die Indianer schätzten die fruchtig herben Beeren, die sie „Ibimi“ nannten, wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Aber erst seit 1980 werden diese systematisch wissenschaftlich untersucht. Dabei bestätigten sich nicht nur die seit Jahrhunderten bekannten antibakteriellen Eigenschaften der Cranberry − es kommen immer mehr heilende Eigenschaften hinzu!

tl_files/vitasanotec/Pics/cranberry1.png


Hier können Sie mit Cranberries vorbeugen:

• Harnwegsinfektionen
• Magenschleimhaut-Entzündung
• Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre
• Parodontitis
• erhöhte Blutfettwerte
• Arteriosklerose


Die Früchte sind reich an Vitalstoffen und Antioxidantien

Neben großen Mengen an Vitamin C enthalten Cranberries die wichtigen Mineralstoffe Natrium, Phosphor und Kalium sowie heilsame sekundäre Pflanzenstoffe. Der Nährwert von 100 g frischen Beeren beträgt ca. 52 kcal/218 kJ.

In 100 g frischen Cranberries sind enthalten:

• Vitamin C: 7,5 bis 10,5 mg
• Natrium: 2 mg
• Kalium: 56 mg
• Phosphor: 6 mg
• Sekundäre Pflanzenstoffe: Proanthocyanide Fettsäuren, Tocotrienole, Flavonoide, langkettige Alkohole, Omega-3-Fettsäuren

Verantwortlich für die heilsamen Eigenschaften der Cranberry sind nach dem aktuellen medizinischen Forschungsstand vor allem die drei erstgenannten sekundären Pflanzenstoffe, die derzeit an zahlreichen Universitäten in den USA, Kanada, Finnland und Israel systematisch untersucht werden.


Die antibakteriellen Eigenschaften

Die antibakteriellen Eigenschaften der Cranberry gehen vor allem auf die Proanthocyanide im Fruchtfleisch zurück, die seit 1998 als „Vaccinium proanthocyanidins“ (VACPAC`s) bezeichnet werden. Wie inzwischen zahlreiche Studien nachgewiesen haben, verhindern sie über einen so genannten Anti-Adhäsionseffekt das Andocken von Bakterien an Schleimhäuten.

Das heißt, die antibakterielle Wirkung der Cranberries beruht nicht nur auf einer Abtötung der Bakterien und Giftstoffe. Vielmehr können sich die Bakterien nach dem Genuss von Cranberries nicht mehr an die Zellwände von Blase, Niere oder Zähnen (Laborstudie der Universität Tel Aviv, Israel) anheften. Daher wirken die Beeren bei vielen bakteriell bedingten Erkrankungen vorbeugend, lindern Infekte und verbessern den Heilungsverlauf.


56 % weniger Blaseninfekte durch die feuerrote Cranberry

Die ersten Studien, die 1984 in der US-Fachzeitschrift Journal of Urology erschien, ergaben einen signifikanten Rückgang von Harnwegsinfektionen durch die tägliche Einnahme von Cranberry-Saft. Mehrere Folgestudien bestätigten diese Ergebnisse in placebokontrollierten klinischen Versuchsreihen.

Neueste Untersuchungen belegen, dass die regelmäßige Einnahme von Cranberry-Saft die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Harnweginfekts um 56 Prozent senken kann. Für Erwachsene werden 250 Milliliter Saft täglich empfohlen. Richtwerte für Kinder gibt es bislang nicht, jedoch ist ein halbes Glas täglich (50 bis 100 ml) sinnvoll.


TIPP

Cranberry-Saft hilft nicht nur vorbeugend, sondern auch bei beginnender Blasenentzündung. Dann möglichst die doppelte Menge trinken.


Die Alternative sind Kapseln
: Bei den Studien stellte sich heraus, dass auch Trockenkonzentrate (also Tabletten oder Kapseln) aus der Cranberry das Anheften der Escherichia-coli-Bakterien, die für 80 bis 90 % der Infektionen Verantwortlich sind, an die Schleimhäute der ableitenden Harnwege verhindern. Die französische Agentur für Lebensmittelsicherheit AFSSA geht von einer erforderlichen Mindestmenge von 36 mg PAC (= Proanthocyanidinen) oder 29 g frischen Cranberrys in einer Tagesportion aus, um die Anzahl der Harnwegsinfektionen zu verringern.


TIPP

Purer Cranberry-Saft schmeckt sehr herb, sodass viele Menschen ihn nicht gerne trinken. Damit er besser schmeckt, können Sie den puren Saft (z. B. aus dem Reformhaus oder der Apotheke) mit Wasser oder anderen Fruchtsäften
verdünnen.


Auch Männer profitieren: 36 % weniger Probleme durch eine vergrößerte Prostata


Wie die Ärztezeitung im Juni 2011 meldete, haben tschechische Mediziner der Universität Olmütz die Heilpflanze auch erfolgreich gegen eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) eingesetzt. 42 Patienten erhielten sechs Monate lang 1.500 mg Cranberry-Extrakt täglich. Im Vergleich zu einer gleich großen Kontrollgruppe, die lediglich ein Scheinpräparat(Placebo) erhalten hatte, waren die Beschwerden wie vermehrter Harndrang oder blasenentleerungsstörungen danach um bis zu 36 % zurückgegangen.

Magenschleimhautentzündungen haben mit Cranberries keine Chance

Der Anti-Adhäsionseffekt der Proanthocyanidine der Cranberries beschränkt sich aber nicht nur auf Coli-Bakterien. Wie eine Studie der Universität Tel Aviv Ende 2000 ergab, verhindern die sekundären Pflanzenstoffe auch das Anheften des Bakteriums Helicobacter pylori, das für chronische Magenschleimhautentzündungen sowie die Ausbildung von Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren verantwortlich ist.

Gesunde Zähne mit Cranberries

Und eine im Journal of the American Dental Association (1998) veröffentlichte Studie zeigt, dass die Cranberry offenbar auch die gefürchtete Parodontitis (Zahnfleischschwund infolge chronischer Entzündung) verhindern kann. Die Forscher stellten fest, dass Cranberry-Extrakt den Zahnbelag, der sich u. a. aus Streptokokken und anaeroben gramnegativen Bakterien bildet, signifikant reduzierte.

Ein rotes Super-Antioxdans

Im Jahr 2000 veröffentlichten Forscher der Universität Amhurst/US-Bundesstaat Massachusetts ihre Entdeckung von Omega-3-Fettsäuren und Tocotrienolen im Öl aus frischen Cranberry-Samen. Erste Laboruntersuchungen deuten daraufhin, dass die Tocotrienole, ein wesentlicher Bestandteil von Vitamin E, als wichtiger Radikalfänger agieren. Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Kaltwasser-Seefischen, aber nur in wenigen Pflanzen enthalten sind, gelten als wirksame Cholesterinsenker und werden zur Vorbeugung von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) empfohlen.

40 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die freien Radikale

Eine Studie der Universität Madison/US-Bundesstaat Wisconsin an Tieren mit erhöhten Cholesterinwerten, die auf der Internationalen Fachkonferenz „Experimental Biology 2001“ in Orlando/ US-Bundesstaat Florida (April 2001) vorgestellt wurde, bestätigte den cholesterinsenkenden Effekt von Cranberry-Extrakten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Proanthocyanide der Cranberry die Oxidation des „schlechten“ Cholesterins LDL verhindern und damit potente Antioxidantien sind.


TIPP

Täglich 250 Milliliter ungesüßter Saft aus der Cranberry (oder in Tablettenform) können das „gute“ HDL-Cholesterin um 10 % anheben und so das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 40 % senken.


Der antioxidative Effekt der Cranberry verhindert die Entstehung von Krebszellen

Erste Hinweise darauf stammen aus einer Untersuchung der kanadischen Universität Western Ontario an Mäusen, denen Brustkrebszellen eingepflanzt worden waren. Die mit Cranberry-Extrakt gefütterten Tiere entwickelten signifikant weniger Brustkrebstumore als die unbehandelten Mäuse.

Dies liegt laut Auffassung der Forscher an einer Farbstoffkomponente der Cranberry, die Krebszellen daran hindert, sich über die Blutbahn auszubreiten. In Zellkulturen hemmte der Stoff, der zur Gruppe der Proanthocyanide zählt, das „Andocken“ menschlicher Lungen-, Darm- und Leukämiekrebszellen an gesundes Gewebe, ohne dieses zu schädigen, berichtete die US-Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture (Oktober 2005).


TIPP

Auch wenn die Forschungen zur Krebshemmung noch nicht abgeschlossen sind, sollten Sie die vitaminreiche und heilsame Cranberry oft auf Ihren Speiseplan setzen oder noch besser: Sich dauerhaft mit Cranberry-Extrakt (Tabletten) schützen.

Zurück