Prostatavergrößerung

1.Selbsttest: Bewerten Sie Ihre Symptome

Eine Selbsteinschatzung konnen Sie mittels der IPSS-Skala (International Prostate Symptom Score) durchfuhren. Bewerten Sie dafur die Symptome in der Tabelle unten mit den Werten 0 bis 5, je nachdem, wie stark Sie betroffen sind.

Wenn Sie jeden der 7 Begriffe mit dem Maximum von 5 Punkten bewerten, kommen Sie auf ein Gesamtergebnis von 35 Punkten. Bei allen Werten ab 30 sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

 

Alle Angaben beziehen sich
auf die letzten 4 Wochen

Niemals seltener als in
einem von 5
Fällen
seltener als in
einem von 5
Fällen
Ungefähr in
der Hälfte aller
Fälle
in mehr als der
Hälfte der Fälle
Fast immer
Wie oft hatten Sie das Gefühl, dass
Ihre Blase nach dem Wasserlassen
nicht entleert war?
 0  1  2  3  4  5
Wie oft mussten Sie innerhalb von 2
Stunden ein 2. Mal Wasser lassen?
0  1  2  3  4  5
Wie oft mussten Sie beim Wasserlassen
mehrmals aufhören und wieder
neu Beginnen (Harnstottern)?
 0  1  2  3  4  5
Wie oft hatten Sie Schwierigkeiten,
das Wasserlassen hinauszuzögern?
 0  1  2  3  4  5
Wie oft hatten Sie einen schwachen
Strahl beim Wasserlassen?
 0  1  2  3  4  5
Wie oft mussten Sie pressen oder
sich anstrengen, um mit dem Wasserlassen
zu beginnen?
 0  1  2  3  4  5
Wie oft sind Sie im Durchschnitt
nachts aufgestanden, um Wasser
zu lassen? (Maßgebend ist der Zeitraum
vom Zubettgehen bis zum
Aufstehen am Morgen.)
 0  1  2  3  4  5


Gesamtergebnis

           

 
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Neben dem IPSS-Index gibt es diverse andere Tests, die Ihr Arzt durchfuhren kann um zu diagnostizieren, ob Sie an einer BPH leiden und um festzustellen, wie ausgepragt die Krankheit ist.

2. Tastbefund im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung

Einer der häufigsten Tests, die der Arzt durchführt, ist der Tastbefund. Die Untersuchung wird von vielen Männern als unangenehm empfunden. Allerdings liefert sie auf einfache und schnelle Art eine Menge wichtiger Informationen. Sie beugen sich bei der Untersuchung nach vorn über den Untersuchungstisch und der Arzt führt einen behandschuhten Finger in den Enddarm ein. Die hinteren und seitlichen Lappen der Prostata sind leicht durch die dünne Darmwand zu ertasten.

Eine normale Prostata hat etwa die Größe einer Esskastanie und fühlt sich glatt und elastisch an. Ein Arzt kann feststellen, ob die Prostata größer ist als normal. Selbst wenn die Prostata vergrößert ist, sollte sich die Prostata glatt und elastisch anfühlen, wenn die Vergrößerung durch eine BPH verursacht ist. Wenn ein Arzt allerdings harte Knötchen oder verhärtete Flächen feststellt, kann es sich u. U. um einen Krebsbefund handeln.

Achtung! Allein durch einen Tastbefund kann Ihr Arzt nicht abschließend feststellen, ob Sie an einer BPH leiden oder nicht. Der Tastbefund liefert nur einen Hinweis, dass evtl. weiter untersucht werden muss.

3. Uroflowmetrie – Urinmenge und Zeitdauer geben Aufschluss

Wenn die Harnröhre auf Grund einer BPH eingeengt ist, reduziert sich die Urinmenge, die abgeben werden kann. Außerdem wird der Urinstrahl sehr schwach und schmal. Unter Umständen ist Ihnen das bis dato noch gar nicht aufgefallen. Daher ist es wichtig, dass der Durchfluss des Urins getestet wird.

Ein Arzt führt dafür eine Uroflowmetrie durch. Bei diesem Test müssen Sie eine große Menge Wasser trinken. Wenn der Urin nicht mehr eingehalten werden kann, urinieren Sie in einen Messbecher.

Der computergestützte Messbecher berechnet die Zeit zwischen dem Auftreffen des ersten Tropfen Urins bis hin zu dem Zeitpunkt, wenn der Urinfluss stoppt. Dadurch kann die Strahlstärke und die benötigte Zeit für die Blasenentleerung festgestellt werden.

Für einen gültigen Test werden circa 200 Milliliter Urin benötigt. Zum Vergleich:

  Zeit, in der 200 ml Urinabgegeben werden ml Urin pro Sekunde
Gesunder Mann im
Alter von 40 Jahren
9 Sekunden 22
Gesunder Mann
zwischen 40 und 60
11 Sekunden 18
Gesunder Mann
über 60 Jahre
mehr als 15 Sekunden 13
Mann mit BPH 20 bis 40 Sekunden 5-10


Verlangen Sie einen urodynamischen Test, bevor der Arzt eine Therapie beginnt und erneut nach Therapiebeginn, um den Behandlungserfolg zu überprüfen. Tritt keinerlei Verbesserung des Harnflusses ein, muss die Therapie angepasst werden.

Mein Tipp: Führen Sie zu Hause einen Selbsttest durch

Um ein Gefühl für die Gesundheit Ihrer Prostata und Blase zu bekommen, können Sie mithilfe eines Messbechers (Pappbecher o. ä.) und einer Uhr mit Sekundenzeiger einen Selbsttest durchführen. Trinken Sie dafür sehr viel Wasser, dann halten Sie den Harndrang so lange Sie können zurück. Wenn Sie an einer BPH erkrankt sind, wird es anhand der Zeit bzw. Menge für Sie deutlich sichtbar sein.

4. Transrektale Ultraschalluntersuchung - (TRUS) – Mit Ultraschall der Sache auf den Grund gehen

Die wohl angenehmste Methode zur Feststellung von Veränderungen an der Prostata ist die so genannte Transrektale Ultraschalluntersuchung. Hierbei wird per Ultraschall zunächst der Allgemeinzustand der Harnorgane abgeklärt. Über eine Sonde im Rektum (Enddarm) wird die Prostata bildlich dargestellt. Ein erfahrener Urologe kann die Prostata nun mit Hilfe des Computers vermessen und ihr Gewicht bestimmen.

Doch eine vergrößerte Prostata ist nicht zwingend gleichbedeutend mit einer Erkrankung. Erst Unregelmäßigkeiten der inneren Struktur der Prostata können auf eine eventuelle Gefährdung hinweisen. Auch die Transrektale Ultraschalluntersuchung ist daher kein wirklich sicherer Weg, um etwa Krebs festzustellen.

5. Kernspintomographie

Die zurzeit beste und treffsicherste Methode zur Diagnose ist die Kernspintomographie (Prostata-MRT). Die MRT ermöglicht eine Differenzierung von unterschiedlichen Gewebestrukturen. Somit ist sie den anderen Methoden überlegen. Das schmerzfreie Einbringen einer Messsonde in den Enddarm wirkt wie ein Vergrößerungsglas direkt hinter der Prostata und ermöglicht sehr hohe Bildauflösung.

Eine weitere Differenzierung zwischen gutartigen, meist entzündlichen Veränderungen der Prostata und Tumorherden kann aus den Daten der Kontrastmittelanflutung in der Prostata gewonnen werden, die regelmäßiger Bestandteil der Prostata- MRT ist.

6. Laboruntersuchungen

Eine Urin-Analyse und ein Bluttest sind dann anzuraten, wenn eine Infektion ausgeschlossen werden muss. Diese Tests können außerdem

- einen PSA-Test,
- einen Glucosetest
- einen Proteintest,
- die Bestimmung des pH-Werts,
- einen Test auf okkultes Blut und
- einen Test auf weiße Blutkörperchen

beinhalten.

Anhand der vollständigen Untersuchungsergebnisse können Sie und Ihr Arzt gemeinsam das weitere Vorgehen festlegen: Kontrolliertes Zuwarten, medikamentöse Behandlung oder operativer Eingriff.

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