Hyaluronsäure

Hyaluronsäure (HA) ist chemisch gesehen eine Fadenkette unzähliger Zuckermoleküle. Die einzelnen Fäden können 6000-mal mehr Wasser binden, als sie selbst wiegen. Damit ist auch schon die Hauptaufgabe der Hyaluronsäure umschrieben: Wasser binden, in der Haut speichern und bewegliche Teile des Körpers, wie Gelenke und Muskeln, zu „schmieren“.

Der große Vorteil der Hyaluronsäure ist, dass sie zwar flüssig, aber zugleich zäh und druckbeständig ist. Die hohe Druckbeständigkeit verhindert z. B., dass die Schmierflüssigkeit aus dem Knie herausgequetscht wird, wenn sich der Mensch bewegt.

Wo findet sich Hyaluronsäure in unserem Körper?

Beim Menschen kommt Hyaluronsäure fast überall vor. In höheren Konzentrationen tritt die Substanz v. a.

• in der Haut (auch Kopfhaut, wichtig für das Haarwachstum),
• in Knochen und Knorpeln,
• in der Gelenkflüssigkeit sowie
• im Glaskörper des Auges auf.

Auch wenn die Hyaluronsäure fast in allen Körperzellen vorkommt, so hat sie eine sehr geringe Haltbarkeit v. a. in der Haut. Deshalb muss der Körper sich ständig selbst wieder mit Hyaluronsäure versorgen.

Das Problem sehen Sie an folgender Gleichung:

Zunehmendes Alter = schrumpfende Hyaluronsäurespeicher im Körper.

Im Alter von 40 Jahren sind noch ca. 40 %, mit 60 Jahren nur noch ca. 10 % des ursprünglichen Vorrats vorhanden.

Die Folge: Gelenkprobleme, Schmerzen, faltige Haut, dünner werdendes Haar.

Die Lösung: Hyaluronsäure von außen zuführen. Bei einem Stoff, der natürlicherweise im Körper vorkommt, genau die richtige Strategie. Aber die Möglichkeiten mit Hyaluronsäure gegen Falten und Gelenkschmerzen vorzugehen, sind mittlerweile sehr vielfältig. Ich stelle Ihnen die bekanntesten vor – mit meinem ganz persönlichen Tipp, welche Methoden wirklich empfehlenswert sind.

Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure

Ohne Piekser geht es nicht
Der morgendliche Blick in den Spiegel oder die Fotos der letzten Familienfeier zeigen es gnadenlos: Da sind störende scharfe Falten zwischen Nase und Lippenende (Nasolabialfalten), die so genannte Zornesfalte zwischen den Augenbrauen, die Sorgesfalten auf der Stirn, die Kräuselfalten um den Mund oder Lachfalten um die Augen. Eigentlich alles Zeichen eines intensiv gelebten Lebens.
Aber sehen möchten Sie sie vermutlich nicht jeden Tag.

Solche Falten können durch eine Hyaluronsäure-Unterspritzung von innen aufgepolstert werden. Bei solch einer Behandlung erhalten Sie entweder eine örtliche Betäubung oder eine betäubende Salbe. Dann unterspritzt der Arzt die zu behandelnden Regionen.

Die ganze Prozedur dauert ca. eine Stunde. Nach dem Eingriff ist die Haut an der Einstichstelle geschwollen und gerötet.


Was für die Hyaluronsäure-Unterspritzung spricht

Effekt: Der Effekt ist sofort da, nach ca. 3 Monaten stellt sich eine Tiefenwirkung ein.
Verträglichkeit: Hyaluronsäure gilt als besonders verträglich. Produkte tierischer Herkunft (Hahnenkämme) lösen allerdings ab und an Allergien aus. Erkundigen Sie sich besser vorher über die Zusammensetzung des injizierten Gels.

Was gegen die Hyaluronsäure- Unterspritzung spricht

Haltbarkeit: Der Effekt ist zwar sofort da, hält aber nur 2 bis max. 10 Monate an. Danach muss nachgespritzt werden.
Anwendungsbereich: Mundwinkelfalten, aber auch Falten, die aufgrund nachlassender Festigkeit von Haut und Bindegewebe entstehen, können so behandelt werden. Für mimische Falten hingegen, wie die Sorgen- oder Zornesfalten im Stirn- und Augenbrauenbereich, ist diese Methode weniger gut geeignet.
Kosten: Die Kosten richten sich vor allem nach der zu behandelnden Region. Es entstehen Kosten zwischen 200 und 1.000 Euro. Rechnen Sie mit mindestens 2 Behandlungen pro Jahr. Zu Beginn einer wirkungsvollen Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure sollte der Abstand kürzer sein.
Risiko: Zu ungewollten Nebenwirkungen wie Schwellungen, Infektionen oder Nervenschäden kommt es bei fachkundiger Anwendung zwar selten. Möglich sind diese Nebenwirkungen dennoch.

Mein FAZIT: Für eine Faltenbehandlung ist gegen den Einsatz von Hyaluronsäure nichts einzuwenden. Der größte Nachteil einer solchen Behandlung ist der Preis und die notwendigen wiederkehrenden kostenintensiven Unterspritzungen.

Hyaluronsäure-Cremes

Pflegend, aber ohne Tiefgang Die Hyaluronsäure-Präparate wirken, indem sie auf der Haut ein Film bilden, der Feuchtigkeit bindet und die Haut vorübergehend glättet und strafft.

Weil die Moleküle Feuchtigkeit speichern, sieht die Haut dadurch frischer und gesünder aus, auch wenn sie nicht so tief eindringen.


Was für Hyaluronsäure-Cremes spricht


Effekt: Die Haut sieht vorübergehend frischer und gesünder aus.
Verträglichkeit: Gut. Die künstlich erzeugte Hyaluronsäure ist völlig identisch mit der körpereigenen Substanz und löst somit keine Allergien und Unverträglichkeiten aus.

Das gilt allerdings nur solange der Creme keine weiteren unterschiedlichen Inhaltsstoffe zugefügt sind, die potenziell allergieauslösend sind.

Kosten: Hyaluronsäure-Cremes erhalten Sie in den Drogeriemärkten schon für kleines Geld (ab ca. 5 €). In Parfümerien gehen die Preise bei ca. 20 € los; nach oben offen.

Was gegen Hyaluronsäure-Cremes spricht

Effekt: Die Hyaluronsäure in Cremes kann nicht tief in die Haut eindringen. Das heißt, dass der Hyaluronsäuregehalt in den Hautschichten nicht aufgebaut werden kann. Dadurch sind die Ergebnisse auch nicht nachhaltig und nicht sichtbar. Die Wirkung an der Hautoberfläche füllt nur kleinste Falten auf (hundertstel Millimeter), die mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind.
Kosten: Die teuren Hyaluronsäurecremes haben keinen Vorteil gegenüber den preisgünstigen Produkten. Wenn Sie sich eine Creme anschaffen, geben Sie bitte keine Unsummen aus, es lohnt sich schlicht und einfach nicht.
Hyaluronsäure-Anteil: Wo Hyaluronsäure drauf steht, muss nicht unbedingt viel drin sein. Taucht die Hyaluronsäure erst ganz am Ende der Liste der Inhaltsstoffe auf, enthält das Produkt nicht allzu viel des Faltenkillers.

Mein FAZIT: Bei regelmäßiger Pflege mit Hyaluronsäure-Cremes tun Sie Ihrer Haut in jedem Fall etwas Gutes, aber Falten kann man eben nicht einfach wegcremen.

Injektionen mit Hyaluronsäure gegen Gelenkbeschwerden

Die Hyaluronsäure wird in den Gelenkspalt injiziert


Jedes Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben, die Schleimhaut enthält. Die Schleimhaut produziert die Hyaluronsäure, die der Gelenkschmiere ihre typische zäh-elastische Konsistenz verleiht und die Reibung im Gelenk reduziert. Zudem regt die Hyaluronsäure die Eigenproduktion der Knorpelgrundsubstanz an.

Ist genügend Hyaluronsäure vorhanden, können eintretende Knorpelschäden wirkungsvoll repariert werden. Wenn die Hyaluronsäurekonzentration durch zunehmendes Alter sinkt, liegt ein arthrosegeschädigtes Gelenk vor.

Ärzte empfehlen bei Arthroseschmerzen daher gern eine Hyaluronsäure-Injektion in den Gelenkspalt, um die fehlende Substanz zu ersetzen. Bei diesem Verfahren bekommen Sie alle 3 bis 5 Wochen Hyaluronsäure- Spritzen in die betroffenen Gelenke.

Was für Hyaluronsäure-Injektionen spricht

Die Methode verbessert eine Zeitlang die Gelenkschmierung und lindert den Schmerz. Obwohl in Einzelfällen von Erfolgen berichtet wird, fehlen aussagekräftige Studien, die dies statistisch zweifelsfrei belegen.

Was gegen Hyaluronsäure- Injektionen spricht

Anwendung: Diese Methode können Sie nicht selbst anwenden, sondern sich an einen erfahrenen Arzt wenden.
Wirkungsdauer: Die Wirkung hält lediglich 6 bis 9 Monate vor. Dann ist eine Auffrischung erforderlich.
Kosten: In den meisten Fällen übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten nicht; es handelt sich um eine Selbstzahlerleistung. Ein Behandlungszyklus (5 Spritzen) kosten ca. 300 €.
Risiko: Es kann es zu gefährlichen Entzündungen und Infektionen kommen.

Mein FAZIT: Wegen des geringen Nutzens empfehle ich Ihnen, dieses Risiko nicht einzugehen.

Hyaluronsäure-Kapseln

Diverse Studien zur oralen Einnahme von Hyaluronsäure zeigen ganz deutlich: Die Hyaluronsäure gelangt über den Dünndarm in den Blutkreislauf und wird von dort optimal in die Haut, Organe und Gelenke verteilt:


Haut: Über den Stoffwechsel gelangt die Hyaluronsäure direkt in die Unterhaut und wirkt dort, durch ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, verjüngend. Die Haut wird von Innen aufgepolstert – ein frisches und jüngeres Äußeres ist garantiert.
Haare: Die Kopfhaut ist mit der Haut des restlichen Körpers vergleichbar, einziger Unterschied: Sie birgt zusätzlich ca. 100.000 Haarfollikel. Das Bindegewebe der Kopfhaut enthält die Hyaluronsäure, die erst eine gesunde Kopfhaut und glänzendes Haar möglich macht. Die Hyaluronsäure in Kapselform gelangt bis in die Bindegewebsschicht der Kopfhaut und hat die Fähigkeit, Kopfhaut und Haaren die optimale Feuchtigkeit zu spenden und dem Haar Kraft und Volumen zu geben.
Gelenke: Das Ergebnis einer klinischen Studie (Zusammenarbeit der Life Sciences Division des Amerikanischen Instituts für Biosoziale und med. Forschung, des Nationalen Forschungsinstituts für Strahlenbiologie und Strahlenhygiene und des Budapester Nationalen Instituts für Gesundheit) zeigt, dass Hyaluronsäure schon nach einmaliger oraler Einnahme vom Körper aufgenommen und an die Gelenke geleitet wird.

Beim Kauf von Hyaluronsäure-Kapseln rate ich Ihnen, beim Hersteller nachzufragen, woher die Hyaluronsäure stammt. Qualitativ hochwertige Produkte werden durch Fermentation aus Hefe, Hafer oder Maisglucose gewonnen. Bei diesem Herstellungsverfahren ist garantiert, dass das Produkt keinerlei tierische Bestandteile enthält. Ist das Präparat aus Hahnenkämmen oder Kuhaugen hergestellt, nehmen Sie besser Abstand!

Was für die Einnahme von Hyaluronsäure-Kapseln spricht

Anwendung: Meist eine bis 2 Kapseln pro Tag. Die Anwendung ist also einfach und schmerzfrei. Es besteht keinerlei Infektionsgefahr, es werden alle Körperregionen erreicht und nicht nur ein Gelenk oder eine Falte. Die dauerhafte Einnahme stellt kein Problem dar.

Kosten: Relativ günstig erhältlich; eine Monatspackung liegt bei ca. 30 €.
Nebenwirkungen: Bei synthetischen Präparaten sind keine bekannt.
Dosierung: Die meisten Präparate sind hoch dosiert (ca. 120 mg). Hier gilt: Je höher, desto besser.

Was gegen die Einnahme von Hyaluronsäure-Kapseln spricht

Einnahme: Wenn Sie ungern Tabletten einnehmen, sind Kapseln nichts für Sie.
Anwendung: Kapseln brauchen eine längere Anlaufzeit. Bis sich Ihre körpereigenen Speicher wieder aufgefüllt haben, kann es bis zu 100 Tagen dauern.
Effekt: Um den Effekt zu halten, müssen die Kapseln dauerhaft oder in Kurintervallen eingenommen werden.

Mein FAZIT: Sie erreichen mit Hyaluronsäure- Kapseln eine Rundumversorgung in Sachen Schönheit und Gesundheit.

Ihre Karin Meier

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